Auseinandersetzung

Die Welt bewegt sich. Wir stehen vor einem Umbruch. Der Wandel ist nicht nur in der Änderung des Klimas und im Verlust der Artenvielfalt sichtbar, auch wir Menschen stehen auf einer Schwelle.

Was es jetzt braucht ist eine Auseinandersetzung mit der Frage: wollen wir am alten Denken der menschlichen Dominanz über alle Lebewesen und am grenzenlosen Wachstum festhalten oder wollen wir uns aufmachen, um Partner der Erde zu werden?

Am WorldEthicForum legen wir neue ethische und gesellschaftliche Grundlagen für einen respektvollen Umgang mit unserer Welt.

Das WorldEthicForum stellt die entscheidenden Fragen:

Was bedeutet es, nicht Beherrscher, sondern Freund der Erde zu sein? Welche Wirtschaft, welche Wissenschaft, welches Finanzsystem, welche Bildung, welche Landwirtschaft, welche Kommunikation, welche Zusammenarbeiten sind jetzt notwendig?

Wie kann sich der Mensch ohne Ökodiktatur und ohne Angstregime ändern?

Welche Visionen gibt es, welche neuen individuellen und gemeinsamen Motivationen, die über den das Streben nach Glück hinausgeht?

Gibt es einen neuen Anziehungspunkt, der statt des ausschliesslich materiellen Wohlstands das Wohlergehen aller Menschen und Wesen dieser Erde beflügelt? Was führt aus der Sackgasse der Klimakrise und des Artensterbens hinaus in eine neue Beziehung und sinnorientierte Partnerschaft mit der Erde?

Diese Fragen werden am WorldEthicForum philosophisch und praktisch diskutiert. Konkrete Lösungsansätze werden vorgestellt. Von einer dauerhaften Kultur bis zur Gemeinwohlökonomie, zur Suffizienz, also dem Bemühen, möglichst wenig Rohstoff und Energie zu verbrauchen.  Zu all diesen Fragen werden Ideen und Modelle referiert, dargestellt und diskutiert. Die Generation Zukunft kommt zu Wort.

Unsere Philosophie

Das Bewusstsein der Verbundenheit entsteht aus der alltäglichen Erfahrung einer gemeinsamen zueinander strebenden Lebendigkeit aller Wesen dieser Erde.
Diese Erfahrung und die Bereitschaft, aus ihr persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen zu ziehen, hat die Kraft, den Dualismus von Natur und Kultur zu überwinden und den drängenden Fragen und Nöten unserer Zeit mit zukunftsfähigen Antworten und Lösungen zu begegnen, um schlussendlich die Notwendigkeit für einen Wandel zu erkennen, damit wir Menschen uns als Teil der Erde und nicht als ihre Beherrscher sehen.

Schwerpunkte

Philosophische Grundlagen einer umfassenden Ethik der Erde

Im philosophischen Teil liegt der Schwerpunkt bei der zentralen Frage: inwieweit können wir den Widerspruch, dass die Erde auch ohne Recht weiter existiert, vom Denken her angehen. Nach 350’000 Jahren des Räubertums als homo sapiens stehen die Menschen plötzlich am Punkt , an dem sie ohne die Anerkennung dieses Rechtes, nicht weiterleben können, weil sie sich sonst selbst ihrer Lebensgrundlage berauben.
Darin stecken Fragen nach der Gegensätzlichkeit zwischen Natur und Kultur, Ökodiktatur und Freiheit und die Grunddebatte, ob der Mensch sich ändern kann und will.
Hier werden Andreas WeberMinna Salami und Bayo Akomolafe Akzente setzen.

Konzepte sozialer, ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit

Der 2. Schwerpunkt bezieht sich auf die Frage nach Lösungen und Konsequenzen, die eine Anerkennung des Rechtes von Gaia (um mit Latour zu sprechen) im sozialen, politischen, wirtschaftlichen, ernährungssystemischen Sinne erbringen.
Wie können/müssten wir leben und agieren als Individuen und als Staaten, wenn dieses Recht der Erde justiziabel und ernsthaft eingeführt wird, z. B. als Grundlage des Menschenrechts und Völkerrechts?

Dieser Schwerpunkt hat einen deutlichen Akzent zur Lösung und zur Praxis hin. Da gehört die Gemeinwohlökonomie von Christian Felber dazu, der zu einem Vortrag und Workshop – auch – für die lokalen Unternehmer*innen und Gemeindevertreter*innen des Engadins offen sein wird. Otto Scharmer wird mit seiner U-Theorie am WorldEthicForum anwesend sein. Martin Ott, der Autor von „Kühe verstehen“, referiert über die tiefe Sehnsucht der Menschen nach einem respektvolleren Zusammenleben mit den Nutztieren.

Gelingende Projekte

Im 3. Schwerpunkt bieten wir diversen Projekten eine Plattform, die diesen Respekt vor dem Recht der Erde bereits bewusstseinsmässig und praktisch umgesetzt haben. Dafür konnten wir das World Future Council gewinnen, das nach dem WorldEthicForum seine Ratstagung in Pontresina durchführen wird. Vertreter*innen – vorwiegend aus dem Süden – werden ihre Ideen und deren Umsetzungen vorstellen. Auma Obama aus Kenia und Vananda Shiva aus Indien haben bereits zugesagt. 

Musik und Kunst

Wir werden an den beiden Abenden Musik hören, von der wir überzeugt sind, dass sie neue Synapsen erschliesst und verbindet. So auch eine Uraufführung von Gérard Zinstag. Weitere Performances und Projektionen sind geplant.

„Umstülpung“

Über allem sehen wir die spirituelle Frage nach der Transformation des Menschen. Ist eine Umkehr, gar eine Metamorphose des Menschen möglich? Wie? Ist es Technik, die Technik überwindet? Ist es ein neuer Glaube, der die Welt und vor allem die Menschen verändern kann? Sind wir es, die Bezug finden können durch Beziehung, Leben durch Sterbenlernen, Lebendigkeit durch Einheitserfahrung? Sind wir das Klima? Welche Kräfte könnten uns beflügeln nach so vielen Jahrhunderten erfolgreichen, von der Evolution belohnten Räubertums – von der Ausrottung der Mammuts bis zur Dezimierung der Bienen und Regenwürmer – plötzlich eine Umstülpung zu denken, anzustreben und zu verwirklichen? .
Diese Frage nach einem Zuspruch für die Erde und das menschliche Leben ist als Hauptthema erst für ein späteres Forum angedacht. Es soll jedoch wie ein guter Geist als Perspektive und Hoffnung über dem ersten schweben.